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Historische Entwicklung
Sowohl das austrofaschistische Regime als auch die nationalsozialistische Diktatur hatten das österreichische Volksbüchereiwesen gründlich verändert: in inhaltlicher wie auch in organisatorischer Hinsicht. Das bis dahin hauptsächlich von sozialdemokratischen Organisationen, der Katholischen Kirche und Volksbildungsvereinen organisierte Volksbüchereiwesen wurde zerschlagen, die Bestände von moderner, demokratischer oder dem jeweiligen Regime missfallender Literatur „gesäubert“.

Wie in Deutschland trieben die Nationalsozialisten in Österreich die Kommunalisierung und Umstrukturierung des Volksbüchereiwesens voran. Pfarr- und Vereinsbüchereien wurden weitgehend verboten, ihre Bestände zum Teil bestehenden oder neu geschaffenen Stadt- und Gemeindebüchereien übergeben. Die sozialdemokratischen Einrichtungen waren schon vor 1938 geschlossen oder ihre Bestände im Sinne des Ständestaates umgestaltet worden.

Relativ rasch erfolgte in den Jahren nach 1945 der Aufbau von Organisationen, die sich als äußerst stabil erwiesen: die in diesen Jahren gegründeten Institutionen, Verbände und Zeitschriften bestehen teilweise noch heute – wenn auch unter anderem Namen – und prägen nach wie vor das Erscheinungsbild des Öffentlichen Bibliothekswesens Österreichs.