Der Büchereiverband Österreichs hat alle bundesweit werbenden Parteien in einem Brief vor den Wahlen auf die Situation der Öffentlichen Bibliotheken aufmerksam gemacht, Veränderungen angeregt und Stellungnahmen dazu erbeten, auf die wir natürlich nach den Wahlen pochen werden.
Veränderung ist notwendig! Der Trend, die Mittel für Büchereien zu reduzieren, gehört gebrochen und umgekehrt! Anbei der Brief mit den eingegangenen Antworten:
Brief an Bundesparteivorsitzender Werner Faymann, SPÖ Bundesparteiobmann Mag. Wilhelm Molterer, ÖVP Bundessprecher Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, Die Grünen Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache, FPÖ Bündnisobmann Dr. Jörg Haider, BZÖ Fritz Dinkhauser, Bürgerforum Österreich Bundesobmann Dr. Alfons Adam, Die Christen Dr. Heide Schmidt, LIF Bundessprecher Dr. Mirko Messner, KPÖ Wilfried Auerbach, Unabhängige Bürgerinitiative Rettet Österreich
Öffentliche Bibliotheken sind Zentren für Bildung, Kultur, Information und soziale Integration. Dies ist nur möglich, wenn sie ausreichend Platz, Finanzmittel und qualifiziertes Personal bekommen.
Mehr als 1,1 Millionen eingeschriebene BenutzerInnen nehmen die Dienste der 2.400 Öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken jährlich in Anspruch. Keine andere Leseförderungsinstitution erreicht in Österreich derart viele Leserinnen und Leser: ohne das Netz der Öffentlichen Bibliotheken wäre eine flächendeckende Versorgung mit Literatur in Österreich nicht zu gewährleisten.
Bedauerlicherweise sichert jedoch in Österreich kein Bibliotheksgesetz die Existenz der Öffentlichen Bibliotheken. Es besteht keinerlei gesetzliche Verpflichtung Öffentliche Büchereien zu errichten und zu führen. Die Errichtung und der Betrieb von Öffentlichen Bibliotheken sind freiwillige Leistungen Ihrer Träger. Kein Gesetz gibt Standards für Räumlichkeiten, Ausstattung und Personaleinsatz vor.
Die Folgen und Mängel sind eklatant: Das Österreichische Büchereiwesen weist in den Bundesländern große Unterschiede auf und im europäischen Vergleich ist das Österreichische Büchereiwesen bedingt durch die geringe, ständig sinkende Finanzierung durch die öffentliche Hand ein Schlusslicht.
Der Büchereiverband Österreichs (BVÖ) - als Dachverband der Öffentlichen Bibliotheken - fragt an: · welche Überlegungen Ihrer Partei es für die neue Legislaturperiode gibt, um die augenscheinlichen Defizite und Mängel zu beheben und Österreichische Öffentliche Bibliotheken auf europäisches Niveau heranzuführen, · ob Ihre Partei ein Bibliotheksgesetz in der neuen Legislaturperiode anstrebt, · ob Ihre Partei eine Erhöhung der Bundesmittel für die Öffentlichen Bibliotheken plant und betreiben wird.
Mit freundlichen Grüßen Mag. Gerald Leitner Geschäftsführer
29. August 2008 |